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Austritt aus der ÖDP

Lieber Bundesvorstand der ÖDP,

ich möchte hiermit meinen Austritt aus der ÖDP bekannt geben. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich immer noch sehr am Programm der ÖDP und an den vielen Mitgliedern, die das Herz am rechten Fleck haben, hänge. Allerdings haben  mich zwei Punkte jetzt dazu veranlasst, diesen Schritt zu gehen, die ich euch gerne erläutern möchte.

Ein ausschlaggebender Punkt war die Mail eines Vorstandsmitglieds des bayerischen Landesvorstandes, die ich vor zwei Wochen erhalten habe. Darin werde ich aufgefordert, Geld an die ÖDP zurückzuzahlen, da ich zum einen seiner Meinung nach als Bundesvorsitzender zu viel verdient und es mir darüber hinaus nicht zugestanden hätte, und da zum anderen der letzte Bundesvorstand Kampagnen mit „illegalen Methoden“ (z. B. die Klage gegen den ESM-Vertrag) abgesegnet hat, sei ich nun derjenige, von dem die ÖDP das Geld zurückverlangen müsse.

Ich habe mich nach dem unsäglichen Parteitag im November, wo die Kandidatendiskussion alles andere als fair, sondern äußerst unsachlich unter der Gürtellinie ablief, komplett zurückgenommen: Ich habe keine Interviews gegeben, keine Facebook-Kommentare abgegeben und auch bei den Mitgliedern habe ich über etliche Hintergründe nicht berichtet. Trotzdem geht anscheinend das Mobbing der letzten Jahre auf unmöglichem Niveau weiter. Da ich nicht mehr Vorsitzender bin und in Zukunft nichts mehr runterschlucken oder den Kopf dafür hinhalten werde, schütze ich mich gegen diese Angriffe und möchte daher nicht weiter bei der ÖDP sein.

Es hat mich auch getroffen, dass ein neues Bundesvorstandsmitglied im Vorfeld des Parteitages vor Delegierten behauptet hat, ich hätte eine Persönlichkeitsstörung und sei irgendwie psychisch krank. Es hat dies auch weiterhin nach der Wahl behauptet, sogar Anspielungen auf meinen Gesundheitszustand gemacht und Behauptungen darüber aufgestellt. Dies alles hat diese Person als Grund angegeben für ihre Forderung, man hätte mich als Vorsitzenden „entfernen“ müssen, da ich ja diese Persönlichkeitsstörung habe. Gleichzeitig schreibt mir diese Person E-Mails und fordert mich auf, bitte auch weiterhin für die ÖDP Vorträge zu halten, da man mich als Visionär und guten Redner bräuchte und ich bitte weiterhin die ÖDP mitentwickeln solle. Zur gleichen Zeit habe ich von einem anderen ehemaligen bayerischen Landesvorstandsmitglied eine Mail erhalten, ich möge mich doch bitte von der ÖDP distanzieren, da der Name Frankenberger der Partei nur schade, kurzum ich solle die Partei verlassen.

Ein weiterer Punkt, warum ich aus der ÖDP austrete, ist, dass ich nicht länger als Sündenbock für die Probleme herhalten möchte. Ich habe das Gefühl, solange ich noch dabei bin, wird von bestimmten Kreisen alles, was in der Vergangenheit schief lief oder was gewisse Kreise selbst verbockt haben, mit meinem Namen verbunden und auf mich als Sündenbock projiziert. Ich ziehe deshalb meinen Namen aus der Partei und gleichzeitig entziehe ich die damit verbundene Projektionsfläche für alle, die sich mehr auf mich, den vermeintlichen Sündenbock, als auf ihre derzeitigen Aufgaben in der ÖDP konzentrieren.

Ich hoffe nun, dass sich viele den Vorwürfen, die gewisse Kreise selbst erheben, nun stellen müssen und die Verantwortung nicht mehr abschieben bzw. diejenigen nicht mehr von sich ablenken können. Außerdem haben mich die letzten Diskussionen über Gender, Homosexualität und Schwangerschaftsabbrüche entsetzt, da sie nicht nur nicht dem Parteiprogramm entsprechen, sondern auf eine menschenunwürdige Art diskutiert worden sind, die unserer Ethik im Programm überhaupt nicht entsprechen. Auch wenn noch nichts beschlossen ist, es ist die Art und Weise des Tons und des Umgangs miteinander. 

Trotzdem verbleibe ich der ÖDP, vor allem dem Programm nach wie vor verbunden und stehe auch bereit bei Fragen zu Arbeitsprozessen, außerdem will ich die Übergabe sachlich abschließen. So schule ich z. B. zwei Mitarbeiter Anfang März noch im Webshop-System. Ich werde mich allerdings in Zukunft dagegen verwehren, falls weiterhin verleumderische Behauptungen aufgestellt werden, ich hätte mich einfach aus dem Staub gemacht, und nichts geregelt. Das Angebot bestand jederzeit, es wurde nur nicht angenommen. Darüber hinaus werde ich rechtliche Schritte mit meinem Anwalt gegen die Person prüfen, die behauptet, ich sei psychisch krank.

Bevor irgendwelche Spekulationen aufkommen, erkläre ich hiermit auch, dass ich im Verein Mehr Demokratie aus dem bayrischen Landesvorstand zurücktrete, jedoch Mitglied bleibe. Ich möchte in der nächsten Zeit keine Berührungspunkte mehr mit der ÖDP haben und ziehe mich damit vorerst komplett aus der deutschen Politik zurück.

Trotz all dieser Unerfreulichkeit, möchte ich nochmals festhalten, dass die Zeit in der ÖDÜ für mich eine sehr wertvolle war, bei der ich sehr viel gelernt habe. Ich bin mir sicher, die Partei durch meine Tätigkeit zusammen mit vielen anderen Mitarbeitern sowie Mitgliedern sowohl ein Stück weit professionalisiert und vorwärts gebracht zu haben, als auch finanziell gut aufgestellt zu haben. Ich habe dem Volksentscheid für den Nichtraucherschutz zu einem positiven Ergebnis verholfen und den Einzug ins Europaparlament ermöglicht. Ich möchte diese Zeit nicht missen und werde auch in Zukunft der ÖDP freundlich verbunden bleiben und mit vielen Mitgliedern und Mitarbeitern nach wie vor einen engen und guten Kontakt pflegen. 

Ich hege gegen all jene Personen, die mich gemobbt haben, keinen Groll, sondern sehe in dem allem, was passiert ist, seinen Sinn und kann nur sagen, dass ich über mein jetziges Leben und die Aussicht auf mein zukünftiges sehr froh bin, dass es mir gesundheitlich gut geht und ich voller Tatendrang neue Aufgaben angehe. Ich wünsche euch im Vorstand ein gutes Händchen, dass ihr in die Partei wirklich möglichst viele integriert; dass ihr die Gräben, die jetzt aufgerissen worden sind, analysiert, euch den Problemen stellt und vor allem auf den Ton achtet, in dem miteinander umgegangen und diskutiert wird.  Ich wünsche euch, dass ihr in Zukunft noch mehr Erfolg habt und mit diesem hervorragenden Programm die Welt und die Gesellschaft ein Stück weit zur Nachhaltigkeit und Menschlichkeit hinführt.

Mit besten Grüßen 

Sebastian Frankenberger

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Kommentare (41)

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    schürzi

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    Grüß Sie Herr Frankenberger,

    danken darf ich Ihnen dafür, dass Sie sich für Werte unserer Kultur, Werte für’s Leben so intensiv eingesetzt haben. Ich finde es sehr schade, dass Sie jetzt Abschied nehmen.
    In den 90er Jahren lernte ich einen Mitbegründer der ÖDP, Jaspar von Oertzen, in Bayrischzell kennen. Er schrieb mir auch noch einige Briefe. Der Mann hatte Charisma. Mir imponierte dieser geradlinige Mann.
    In Ihnen sehe ich einen wichtigen Vertreter von uns Bürgern, der seine Meinung vertritt und auch was durchsetzen kann, und der vor allem Werte eines christlichen (ist nicht unbedingt Kirche) Lebens vertritt.
    Leider wurden Sie oft abgelehnt. Das wurde aber auch der Wanderprediger in Palästina vor 2000 Jahren.
    Ich denke, die Welt braucht mehr solcher unerschrockener Menschen, die für das einstehen, was ihr Gewissen ihnen sagt, und die auch dafür Härten auf sich nehmen.
    Herr Frankenberger, ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen viel Glück und Gottes Segen auf Ihrem weiteren Lebensweg.

    Herzliche Grüße aus Bischofsmais
    von einem halben Österreicher (Mutter=Linzerin)
    alles, alles Gute

    PS: Vielleicht sehen wir uns ja mal in Österreich

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    Ev2709

    |

    Hallo Sebastian, mit Erstaunen, aber viel Verständnis habe ich heute gelesen, dass Sie aus der ödp ausgetreten sind.
    Als ödp-Mitglied, das 13 Jahre dabei war, Jasper von Oertzen noch kennengelernt hat, für den Münchener Stadtrat kandidiert hat, viele Stunden in Gremien gesessen ist usw. ist es mir vor einigen Monaten auch wirklich schwer gefallen, auszutreten.
    Ich habe sehr mit mir gerungen, denn auch ich habe viele Menschen in der ödp sehr geschätzt, fand das Programm lange fast perfekt und wollte mich unbedingt politisch engagieren. Aber…
    Leider kommt jetzt das „große Aber“: Ganz deutlich habe ich zuletzt gespürt, dass die ödp nicht mehr meine Partei ist. Ich habe mich vor allem mit meinen Erfahrungen als berufstätige Frau und Mutter von drei Kindern (in der Großstadt lebend) in der ödp nicht mehr wiedergefunden.
    Die extrem konservative Haltung der ödp zu vielen familienpolitischen Themen, und der unwissenschaftliche, anti-feministische und radikale Ton in Diskussionen, Artikeln usw. haben mich entsetzt, aufgewühlt und sehr nachdenklich gemacht. Ich habe die ödp plötzlich als zu stur, zu weltfremd und viel zu weit abseits von dem, was die Mehrheit denkt, empfunden.
    Natürlich soll man nicht der Mehrheit nach dem Mund reden und es ist gut, dass es Querdenker gibt. Aber was, die ödp offenbar zunehmend vertritt, konnte ich einfach nicht mehr mittragen, nicht mehr gut heißen – und dies, obwohl ich Katholikin und kirchlich engagiert bin!
    Homosexualität, Schwangerschaftsabbrüche, Feminismus, die Berufstätigkeit der Frau, die Erziehung von Kindern in Krippen u.a.m. so regelrecht zu verteufeln geht einfach nicht.
    Auch das Agieren der ödp in München nach der letzten Stadtratswahl hat mich sehr verstört. Rückblickend hat mir auch das „Hollemann-Debakel“ kürzlich in München gezeigt, dass meine Entscheidung Auszutreten richtig war.
    Ich bin immer noch traurig, dass es mit mir und der ödp vorbei ist, aber ich fühle mich regelrecht erleichtert.
    Vielen Dank für alles, was Sie getan und erreicht haben. Ich kann mir als frühere „Insiderin“ sehr gut vorstellen, wie schwierig vieles für Sie war.
    Es ist schön, dass es so unkonventionelle, mutige und kreative Menschen wie Sie gibt. Gottes Segen für Ihren weiteren Lebensweg und viel Erfolg und Glück bei Ihren neuen Projekten! Mit freundlichen Grüßen

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      Johannes Resch

      |

      Die Behauptung, die ÖDP würde Homosexualität, die Berufstätigkeit von Frauen, die Kinderbetreuung in Krippen u. a. verteufeln, halte ich – dazu noch anonym – für eine unverschämte Diffamierung, die sich durch nichts, was in einem Programm der Partei niedergelegt ist, begründen lässt. Was möglicherweise einzelne Parteimitglieder von sich geben, darf nicht einfach als Parteimeinung ausgegeben werden. Die Schreiberin hat sich entweder mit der Programmatik der ÖDP gar nicht befasst oder sie ist selbst auf Verleumdungen aus anderen Quellen hereingefallen.
      In den Programmen der ÖDP ist nirgends eine Forderung nach Diskriminierung von Homosexuellen, von berufstätigen Frauen oder von Eltern, die ihre Kinder in Krippen betreuen lassen, zu finden. Wohl wendet sich die ÖDP gegen die bestehende massive Diskriminierung von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen. – Wer aber in der Forderung nach Gleichberechtigung aller Eltern, auch derjenigen, die sich nicht an der gegenwärtigen Regierungsideologie orientieren wollen, eine Diskriminierung der heute privilegierten Gruppen sieht, zeigt, dass er das Gefühl für Gleichheit vor dem Gesetz, wie es unser Grundgesetz fordert, ebenso verloren hat, wie das für alle gegenwärtig im Bundestag vertretenen Parteien angenommen werden muss.

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        Ev2709

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        @J. Resch: Ihr Kommentar spiegelt genau den radikalen und ideologischen „ödp-Ton“ wieder, den ich schlussendlich nicht mehr ertragen konnte. Bitte lesen Sie, was ich schreibe. Ich spreche von meinen Erfahrungen. Zudem spreche ich von Artikeln und Diskussionen. Selbstverständlich habe ich mich mit dem Programm der ödp befasst. Aber offenbar gibt es eklatante Widersprüche zwischen den hehren Worten des Programms und den Aussagen bzw. Meinungen und Haltungen vieler Mitglieder.

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          Roland Wagner

          |

          Liebe Frau „Ev2709“,
          bei mir sind es inzwischen über 20-Jahre, dass ich mich für die ÖDP engagiere. und wenn Sie in Ihrem Kommentar von einigen und nicht von vielen Mitgliedern gesprochen hätten, würde sich das sogar mit meinen Beobachtungen decken. Nach meinen Beobachtungen setzten sich die Mehrheit der Mitglieder und vor allem auch die Mehrheit der Personen in verantwortungsvollen Positionen durchaus für die Ziele des Programms ein.
          Das die Partei durch ihre Werteorientierung für einige oder viele eher konservativ und in manchen Forderungen auch extrem wirkt kann ich nachvollziehen und habe damit auch keine Probleme. Die von Ihnen verwendeten Begrifflichkeiten „unwissenschaftlich“ und „anti-feministisch“ beziehen sich ja nur auf Ihre Erfahrungen in Diskussionen, ansonsten müsste ich Ihnen hier deutlich widersprechen. Es gibt wohl keine oder nur wenige Parteien mit einem solch hohen Frauenanteil auch in führenden Positionen wie die ÖDP (s. aktuelle Bundesvorsitzende). Darin, das sich die ÖDP gegen die Diskriminierung und Benachteiligung von Eltern bzw. Elternteilen einsetzt, die sich zumindest einige Jahre Vollzeit um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen, kann ich auch nichts frauenfeindliche erkennen. Als Verantwortlicher für die Mitgliederbetretung im Kreis habe ich mich erst vor Kurzem mit dem Thema Homosexualität beschäftigt und weder auf Anfrage beim Bundesverband noch in einem unserer Programme irgend etwas diffamierendes entdecken können.

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          Johannes Resch

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          Zu Ev2709
          Sie attestieren mir „genau den radikalen und ideologischen ´ödp-Ton´“, den Sie nicht mehr hätten ertragen können und beziehen sich dabei auf meine wenigen oben stehenden Zeilen. Die einzige inhaltliche Forderung, die ich darin mache, ist die Forderung nach Gleichbehandlung aller Eltern. Diese Forderung ist schon durch unser Grundgesetz gedeckt. Was ist daran „ideologisch“? Halten Sie das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes für „ideologisch“?
          Dass ich in der Forderung nach Einhaltung der Grundrechte durch den Gesetzgeber „radikal“ bin, lasse ich gern gelten. Das empfinde ich als Lob. „Radikalität“ in dieser Richtung halte ich auch für erforderlich, solange die Grundrechte von Eltern mit ideologisch geprägten Scheinargumenten immer weiter eingeschränkt werden.

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    Wolfgang2012

    |

    Sehr geehrter Herr Frankenberger,
    als ich von Ihrem Parteiaustritt gehört habe, wollte ich unbedingt in Erfahrung bringen, was Ihre Gründe waren. Danke, dass Sie diese so ausführlich und nachvollziehbar veröffentlicht haben. Als ich in den 80ern volljährig wurde, war für mich die ÖDP die einzig wählbare Partei. Und auch später war die ÖDP noch bei vielen wichtigen Themen (z.B. Rauchen, bayer. Senat) wegweisend. In den letzten Jahren vor allem auch dank Ihnen. Dafür möchte ich Ihnen meine Anerkennung und meinen Respekt ausdrücken. Ich denke, Sie haben den richtigen Schritt getan und können trotzdem (oder gerade deswegen?) auch in Zukunft für unsere Gesellschaft noch viel Gutes bewirken. Bitte denken Sie immer daran, dass eine Partei nur ein Vehikel, ein Hilfsinstrument der politischen Willensbildung ist; entscheidend ist die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft von Einzelpersonen. Und diese Glaubwürdigkeit haben Sie m.E. sogar beim bisherigen politischen Gegner erreicht und bauen Sie mit Ihrer Entscheidung sogar noch aus. Daher: alles Gute für die Zukunft!

    Mit freundlichen Grüßen

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    curly

    |

    …ich kann mich dem Kommentar von Wolfgang nur anschließen! 1 herzliches Dankeschön für ihre Arbeit, alles Gute fur die Zukunft!

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    Josef Huber

    |

    Danke für Deinen Einsatz bzgl. des Nichtraucher-Schutzes!

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    Arno Kohlert

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    Lieber Sebastian, mit Bedauern, aber auch sehr großem Verständnis nehme ich Deinen Austritt aus der ÖDP zu Kenntnis.
    Eine Partei, die mehr Menschlichkeit etc. verkündet, hat sich- nicht nur in Deinem Fall – oft als unbarmherzig im Umgang mit ihren Parteifreunden erwiesen. Vielleicht wäre es Dir gelungen einen Modernisierungsschub in die Reihen dieser oft mehr als verknöcherten Partei zu bringen, die u.a. ein Ehe- und Familienbild des 19. Jahrhunderts verkörpert.
    Gerne denke ich an die Treffen mit Dir in Eschweiler, Köln und Düsseldorf zurück! Dir wünsche ich alles Gute!
    Von Herzen Arno Kohlert, ehemaliger Landesgeschäftsführer NRW und derzeit noch Mitglied im Kreisvorstand Aachen-Düren-Heinsberg!

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    Johannes Resch

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    Mir ist nicht bekannt, dass die ÖDP jemals „ein Ehe- und Familienbild des 19. Jahrhunderts“ verkörpert hätte, wie Herr Kohlert behauptet. Dazu ist in den Programmen der ÖDP nichts zu finden. Allerdings setzt sich die ÖDP energisch dafür ein, dass der Gesetzgeber kein Recht hat, allen Bürgerinnen und Bürgern ein ideologisch geprägtes Familienbild aufzudrängen oder sogar aufzuzwingen, wie das durch die gegenwärtige Familienpolitik versucht wird.

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    Birgit Rakers

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    Lieber Sebastian Frankenberger,

    Ihren Parteiaustritt bedaure ich sehr, habe aber gleichzeitig für diesen Schritt auch großes Verständnis nach dem Lesen Ihrer Ausführungen. Ich bin entsetzt, wie mit Ihnen im Hinblick auf die erwähnten Emails oder der Unterstellung einer Persönlichkeitsstörung umgegangen wurde. Ebenso bin ich entsetzt darüber, dass ein bisweilen destruktiver Umgangston auch durch Kommentare bestätigt wird.
    Sie sind für mich ein tatkräftiger Visionär, der für seine Werte und Ideale einsteht und die Partei voranbringen wollte, in diesen Charakterzügen ein Vorbild – und insofern auch eine durchaus unbequeme Anfrage an mich und auch andere. Psychologisch gesehen sehe ich da gar keinen Anlass, an eine Persönlichkeits-störung zu denken.
    Ob die Partei / die von Ihnen gemeinten Personen Ihren mit diesem Schreiben bzw. Ihrem Austritt gesetzten Impuls konstruktiv nutzen wird?? Davon möchte ich mich gerne überzeugen lassen (eine öffentliche Bitte um Verzeihung und Rücknahmen der von Ihnen beschriebenen Aussagen scheinen mir zum Beispiel dringend angebracht – da reicht schon ein normales moralisches Empfinden, um zu diesem Schluss zu kommen). Lieber Sebastian Frankenberger, ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles erdenklich Gute!
    Freundliche Grüße,
    Birgit Rakers (Dipl.-Psych., Dipl.-Theol.)

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    Gertrud Martin

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    Wenn die Vorgänge rund um seinen Rücktritt sich tatsächlich so abgespielt haben wie von Sebastian Frankenberger dargestellt, wirft das ein verheerendes Licht auf die ÖDP. Das hat er nicht verdient. Auch wenn ihm Fehler unterlaufen sind, hat er doch das Beste für die ÖDP gewollt und sie durch großen persönlichen Einsatz in der Gesamtbilanz vorangebracht. Dafür gebührt ihm Dank.
    Was mir in diesem mail-Wechsel hier zusätzlich zu denken gibt, ist die Auseinandersetzung zwischen „EV2709“ und Dr. Johannes Resch. Eine berufstätige Mutter von drei Kindern findet ihren Lebensentwurf möglicherweise nicht vorrangig von der ÖDP vertreten. Er entspricht ja dem, was die „fortschrittliche“ Familienpolitik propagiert und braucht insofern keine weitere Unterstützung. Allerdings ist noch lange nicht ausgemacht, dass „Fortschritt“ schon per se und auf die Länge zu besseren Verhältnissen führt. In Sachen Familie darf das füglich bezweifelt werden, denn ihre Funktion als Keimzelle des Staates kann dieser nicht selbst übernehmen.
    Wenn Frau EV2709 es befürwortet, dass Schwangerschaftsabbrüche legal sein sollen, dass die Kleinstkinder schon in der Krippe aufwachsen, damit ihre Mütter dem Ideal eines mütterverachtenden Feminismus entsprechen, der Frauen nur dann gleichberechtigt sein lässt, wenn sie erwerbstätig sind, und wenn sie der Überzeugung ist, dass nicht die Abtreibungslobby sondern Herr Hollemann das „Hollemann-Debakel“ zu verantworten habe, hat sie gut daran getan, aus der ÖDP auszutreten.

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      Ev2709

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      @G. Martin: Bitte unterstellen Sie mir nichts. Ich habe nicht geschrieben, dass ich es befürworte, dass Schwangerschaftsabbrüche legal sein sollen. Selbstverständlich empfinde ich Schwangerschaftsabbrüche als gläubige Christin als ein großes Übel. Ich bin auch nicht dafür, dass „Kleinstkinder in Krippen aufwachsen“. Sie tun so, als würden Eltern ihre kleinen Kinder zur Adoption freigeben und „dem Staat“ überlassen. Es geht doch – bitte! – nur um eine Entlastung der Familien, und eine Förderung von Kindern durch stundenweise Betreuung durch langjährig ausgebildete pädagogische Fachkräfte, gerne in privaten, kirchlichen, verbandlichen Einrichtungen oder Elterninitiativen! Was ist daran denn so schrecklich? Und ich habe, wie schon einmal geschrieben, von der Art und Weise von Diskussionen etc. zu den von mir genannten Themen gesprochen, die mich persönlich (!) im Laufe der Zeit von der ödp entfremdet haben.

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    Arno Kohlert

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    Was das Familienbild der ÖDP angeht: Es ist doch bezeichnend, dass ein Kreisverband im Ruhrgebiet angibt, mit dem Thema Erziehungsgehalt nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, da man ansonsten auf totales Unverständnis bei den Wählern stößt.
    Ich selbst habe diese Erfahrungen am Infostand gemacht.
    Wie soll auch eine Familie in einer Großstadt wie Köln, Bonn oder Münster ihre finanzielle Zukunft auf das Erziehungsgeld setzen? Nach mehreren Jahren ist man- was den Arbeitsplatz angeht- dann weg vom Fenster. Die Realität beißt sich dermaßen mit den ÖDP Zielen, dass es schon weh tut. Zudem wollen viele Frauen nicht jahrelang nur zu Hause zu bringen.
    Zudem stehen die heeren Forderungen ja auch dem entgegen, was viele ÖDP Familien selbst praktizieren.- beiden Eltern gehen arbeiten und denken nicht daran, ihre Stelle leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
    Wer heutzutage noch einen sicheren Ganztagsjob hat, der hält den auch tunlichst fest. Auf dem Arbeitsmarkt wird er sich nach Jahren bei Leiharbeitsfirmen wieder finden.

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      Ev2709

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      @A.Kohlert: Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Ich wollte mich hier eigentlich nicht mehr zu Wort melden, um nicht weiter angefeindet zu werden, aber Ihr Kommentar freut mich gerade so! Es war genau meine Erfahrung im Freundes- und Bekanntenkreis und an Infoständen etc.: Die familienpolitischen Forderungen der ödp sind den Menschen weder zu erklären noch zu vermitteln. Ihre Formulierung „Die Realität beißt sich dermaßen mit den ödp-Zielen, dass es schon weh tut“ spricht mir aus der Seele! Die Familien wollen kein Erziehungsgehalt! Die Familien wollen: sichere familienfreundliche Arbeitsplätze und ortsnahe qualitätsvolle Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Gerade wenn man sich mehrere Kinder wünscht, benötigt man doch die Sicherheit der Arbeitsplätze und wird sich bemühen, diese zu erhalten. Das Zerrbild von armen fremdbetreuten Kindern und vom „Kapitalismus“ und „mütterverachtenden Feminismus“ geknechteten berufstätigen Frauen, das die ödp zeichnet ist einfach nur wirr und lebensfremd. Die ödp sollte zunächst einmal die Fakten zur Kenntnis nehmen, in diesem Fall: die Wünsche der Familien, und aufhören, die Menschen bekehren zu wollen. Ich spreche wieder von meinen Erfahrungen, wenn ich sage, dass die ödp von vielen (WählerInnen) abgelehnt wird, weil sie als verschroben, besserwisserisch und altmodisch wahrgenommen wird. Den ökologischen Forderungen (und anderen guten Idee) etc. könnten sich viele noch anschließen, aber ich habe immer wieder gehört: „Das Familienbild der ödp geht gar nicht, das ist ja echt schlimm“.

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      Johannes Resch

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      @ Arno Kohlert
      Es ist ja gar nicht zu bestreiten, dass das, was Arno Kohlert schildert, der Realität entspricht. Aber es zeigt eben, dass in unserer Gesellschaft die Leistung der Kindererziehung nichts mehr gilt. Den wirtschaftlichen Mehrwert, den Eltern erarbeiten und der ihnen jahrtausendelang als Altersversorgung durch ihre Kinder wieder zugute kam, wurde einfach als Rente an Erwerbsarbeit gebunden. Seitdem profitieren Eltern von ihren eigenen Kindern weniger als ihre kinderlosen Nachbarn.

      Ein solches extrem elternfeindliches Sozialsystem hat keine Zukunft, weil es nicht nachhaltig ist. Nachhaltigkeit ist aber das zentrale Anliegen der ÖDP. Die Ideologie, die nur noch Erwerbsarbeit gelten lässt, Kindererziehungsarbeit aber wie Nichtstun behandelt, hat immer mehr Eltern zu voller Erwerbstätigkeit und oft zur Vernachlässigung ihrer Kinder genötigt. Das so erhöhte Arbeitskräfteangebot ermöglichte es, die Löhne niedrig zu halten. Folge ist, dass die Profite steigen, die Reichen immer reicher und besonders die Familien immer ärmer und die Erziehungsbedingungen immer schlechter werden. Ist das eine Zukunftsperspektive?

      Die reine Anpassungsstrategie, die Herr Kohlert empfiehlt, kann nichts zur Lösung beitragen, sondern führt immer weiter in die Sackgasse. Die ÖDP tritt aber auch für die Grundrechte der Eltern ein, die sich nicht einfach anpassen wollen, sondern sich z. B. das Recht herausnehmen, ihre Kinder selbst zu erziehen. Jeder hat das Recht, seine Kinder z. B, in eine Krippe zu geben. Aber niemand hat das Recht, die Diskriminierung der Eltern zu fordern, die das nicht wollen. Wenn aber selbst erziehenden Eltern eine Honorierung ihrer Leistung verweigert wird, während gleichzeitig Krippenbetreuung bezahlt wird, dann ist das zweifellos eine diskriminierende Ungleichbehandlung eines Teils der Eltern, die nicht nur dem ÖDP-Progamm, sondern auch unserem Grundgesetz widerspricht. Wer das fordert, stellt sich außerhalb des Rechtsstaats.

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    Gertrud Martin

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    Seit wann beugt sich die ÖDP dem Diktat des Faktischen?? Familienarbeit braucht mehr Anerkennung, sonst verschwindet sie vollends vom „Markt“: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Das sind die Fakten des Kapitalismus. Natürlich braucht sich ein ÖDP-ler auch diesen Fakten nicht zu beugen. Dann nehmen die Dinge ihren Lauf wie gehabt. Wozu dann ÖDP??

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    Gertrud Martin

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    Frau EV2709: Warum bringen Sie denn dann die Schwangerschaftsabbrüche etc. überhaupt ins Gespräch, wenn die ÖDP kritisiert und Ihr Austritt begründet werden soll? Wie sollte das denn verstanden werden? Die ÖDP ist dagegen. Sie finden das offenbar nicht vermittelbar. Ein bisschen Schwangerschaftsabbruch oder was? Auch die Krippenbetreuung ist eine Frage des Maßes. Der Trend geht aber eindeutig zur Vollerwerbstätigkeit beider Eltern nach dem ersten Lebensjahr des Kindes. Kindeswohl? Kennen Sie keine gelernte Erzieherin, die nach der Geburt eines eigenen Kindes sagt: „Das tue ich meinem Kind nicht an.“ WAS würden Sie denn überhaupt reinschreiben ins ÖDP-Programm zum Thema Familie, was nicht in den Programmen aller anderen Parteien schon drinsteht? Ist doch alles paletti!

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    thomas prudlo

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    Hallo Sebastian,

    ich kenne die oedp nun seit 25 jahren als ehemaliger Bundesgeschaeftsfuehrer wie als passives Mitglied und jetzt als Stadtvorsitzender in Muenchen. Ich habe bei allen Fehlern, die jeder von uns macht, grossen Respekt vor den unzaehligen ehrenamtlichen Stunden eines jeden einzelnen mit ganz guten Absichten.
    Diesen bringe ich auch dir entgegen. Daran und an vielen anderen Fortschritten zweifle ich nicht. Das ist und war eine grosse Leistung.
    Aber Dein Abgang ist ein Spiegel dessen, was wir ueber Jahre ertragen mussten: Keine verbindliche Kommunikation, keine Aufrichtigkeit und ein ganz grosser Narzissmus.
    Das und genau das hat dazu gefuehrt, dass sich immer mehr von Dir abgewendet haben und dass Du abgewaehlt worden bist.
    Vielleicht findest du die Kraft, das zu reflektieren. Das wuensche ich Dir.

    Viele Gruesse
    Thomas Prudlo

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    Rosemarie Buchner

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    Es tut mir leid, dass am letzten Bundesparteitag der Antrag zur Grundlage der Diskussionen bei der ÖDP auf Basis der GFK – bzw.
    Gewaltfreien Kommunikation abgelehnt wurde.

    Wenn wir uns nach diesen Regeln richten würden, gäbe es nicht so viel zerschlagenes Porzellan.

    Aber wir sind alle noch am Lernen.
    Rosemarie Buchner

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    Manuel Dekielinski

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    Lieber Sebastian,

    auch ich denke mit Freude an Deine Besuche in Eschweiler, Köln und Düsseldorf zurück. Du warst und bist mir ein Vorbild. Dein Buch habe ich verschlungen. Einer meiner Freunde bezeichnete Dich einmal scherzhaft als „meinen Guru“.

    Doch Spaß beiseite: Deine Konsequenz und Dein Unangepasst-Sein haben mich nicht nur zur ÖDP geführt, sondern auch dazu beigetragen, dass ich die ÖDP als durchaus moderne Partei wahrnehme, die durch Dich frischen, ‚jungen‘ Wind erfahren hat. Dass frischer Wind nicht immer willkommen ist, schon gar nicht im alteingesessenen Freistaat Bayern, musstest Du jetzt leider selbst erfahren. Lass Dich von dem ganzen Partei-Geplänkel nicht fertigmachen! Du wirst Deinen Weg auch ohne ÖDP (weiter)gehen.

    Ich weiß nicht, ob es Dir ein Trost ist, aber das Wahlplakat mit Deinem Gesicht wird wohl noch eine Weile in unserem Hausflur hängen – Frankenberger und ÖDP, das gehörte für mich immer zusammen.

    Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute und bedanke mich für die aufrichtige, visionäre Note, die Du der ÖDP mit auf den Weg gegeben hast.

    Viele Grüße

    Manuel Dekielinski
    (ÖDP Kreisverband Aachen-Düren-Heinsberg)

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    Isolde Wittor-Dekielinski

    |

    Lieber Herr Frankenberger, auch ich habe Ihr Buch verschlungen und habe mich von Ihren positiven Visionen „anstecken“ lassen. Ich bewundere Sie sehr für die Art und Weise, wie Sie Ihre Ideale auch leben und denke, dass ich, obwohl ich dieses Jahr 60 Jahre alt werde, viel von Ihnen lernen kann. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute.

    Reply

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    Birgit Rakers

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    @thomas prudlo: Ich weise Sie darauf hin, dass Sie bei der Formulierung „Keine verbindliche Kommunikation, keine Aufrichtigkeit und ein ganz grosser Narzissmus“ zum einen generalisierend formulieren, zum anderen sich Ihrer diagnostischen Fähigkeiten anscheinend sehr sicher sind, wenn Sie alternative Verhaltensmotive nicht in Erwägung ziehen.
    Schade, dass mit den aufgetretenen Unzufriedenheiten anscheinend nicht konstruktiver umgegangen werden konnte, als dazu noch die passende Zeit war.

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    Kai Herlemann

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    Bin schwul und 2012 zu den Grünen gewechselt und kann nur sagen, je mehr Zeit vergeht, desto sicherer bin ich mir in dieser Entscheidung.
    Es ist mir egal, aus welcher Motivation heraus sich jemand in der Politik engagiert (religiös, z. B. christlich, oder sonstige). Wichtig ist mir die eigentliche Politik, also was eigentlich gemacht wird. Aber die ÖDP geht in die Richtung christlich-fundamentalistisch, und das lehne ich deutlich ab, als Buddhist und Säkularist.

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    Ev2709

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    @K.Herlemann: Ihre Aussage „Die ödp geht in Richtung christlich-fundamentalistisch“ scheint mir richtig zu sein. Danke für Ihren klaren Kommentar hier. Ob es noch eine Chance gibt, diese Entwicklung umzukehren? Schade um all die „anderen“ guten Ideen, die die ödp doch auch hat. Alles Gute für Sie!

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    G. Martin

    |

    Liebe Frau EV2709,
    (erster mail-Versuch misslungen, deshalb hier neu:
    Bitte konkretisieren Sie doch was Ihnen „scheint“. WO genau geht die ödp in Richtung christlich-fundamentalistisch? Dazu ein Bibelwort, weil Sie gerne auf Ihr Christsein abheben: „Deine Rede sei Ja, ja und Nein,nein!“
    Wenn nun Christi Welt tatsächlich nicht von dieser Welt ist – müssen wir seine Welt dann nach unserem Gusto verbiegen? Übrigens: mich werden Sie nicht in einem Gottesdienst treffen, falls Sie da mal hingehen (auch nicht bei einer Sekte oder den Zeugen. Ich bin katholisch.). Ich bin ganz von selber so „fundamentalistisch“, aus der Einsicht heraus, dass Christi Weisungen immer das Beste bringen für die Menschen, wenn auch manchmal erst auf den 2. oder 3. Blick.

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    G. Martin

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    Liebe Frau EV2709,
    erst jetzt, da ich antworten will, sehe ich, dass dieser Kommentar wieder von Ihnen ist. Bitte machen Sie sich doch die Mühe, das was Ihnen „scheint“ zu konkretisieren. Wo genau geht die ödp in Richtung christlich-fundamentalistisch.?Sie bezeichnen sich selbst als Christin, sogar als
    kirchlich engagiert. Vielleicht gehören Sie dort auch zu der Avant-Garde derer, die die Kirche in Sachen Sexualmoral modernisieren wollen? Darf ich Sie an ein einschlägiges Jesu-Wort erinnern: „Deine Rede sei Ja, ja und nein, nein!“ Wenn nun Jesu Welt nicht von dieser Welt ist, wie er sagte, müssen wir seine Welt dann nach unserem Gusto verbiegen, bis sie uns passt? Übrigens: mich werden Sie – wenn Sie zum Gottesdienst gehen – dort nicht antreffen (auch nicht bei einer Sekte oder den Zeugen Jehovas. Ich bin katholisch.) Aber ich bin ganz von selber so „fundamentalistisch“, aus der Erkenntnis heraus, dass Jesu Wegweisungen uns Menschen immer zum Besten taugen, auch wenn das manchmal erst auf den 2. oder 3. Blick klar wird.

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    Ev2709

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    @G. Martin: Ich „hebe“ auf gar nichts ab. Ich bin Katholikin und habe Katholische Theologie an einer Katholischen Hochschule studiert. Sie wollen Beweise, wo genau die ödp in Richtung christlich-fundamentalistisch geht – und zwei Sätze weiter erinnern Sie an Worte Jesu und wollen auf Grundlage dieser Worte Im Jahr 2015 in Deutschland Politik machen -?? Vielleicht können Sie beides miteinander in Verbindung bringen? Ich kann es wirklich nicht fassen. Kann mir bitte jemand erklären, was aus der ödp geworden ist? Oder war ICH 13 Jahre lang blind? Offenbar 🙁

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      Manuel Dekielinski

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      Liebe Frau „Ev2709“, darf ich Sie daran erinnern, dass persönliche Meinungen in Foren oder Blogkommentaren nicht zwangsläufig die Meinung einer ganzen Partei widerspiegeln?! Wenn Sie schreiben, „was aus DER ÖDP (!) geworden ist“ und sich dabei auf ein christlich-fundamentalistisches Weltbild von G. Martin berufen, ist das für mich wenig sinnig. Im Westen der Bundesrepublik (sowohl in ‚meinem‘ ÖDP Kreisverband Aachen als sicher auch in den angrenzenden ÖDP Köln, ÖDP Düsseldorf bzw. der gesamten ÖDP NRW) werden sie solche Einstellungen vermutlich eher nicht finden.

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    G. Martin

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    Frau EV2709
    Sie bleiben eine Antwort schuldig! Elegant! Wenn studierte Theologinnen der Ansicht sind, dass (nicht nur kirchenrechtliche Vorschriften, wo ich mitgehen kann) sondern auch Jesusworte ein Verfallsdatum haben, dann gibt es für mich keine Grundlage mehr für eine Diskussion. Finito!

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    Karl Heinz Jobst

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    Lieber Sebastian,
    als Wegbegleiter im Bundesvorstand in den letzten Jahren und unter „erschwerten Bedingungen“ kann ich Deinen Schritt sehr gut nachvollziehen. Ich habe Dir ja schon vor einiger Zeit gewünscht, dass du nicht mehr für den Bundesvorsitz kandidierst und der ÖDP gleichzeitig, dass Du weitermachst. Der Blog-Thread zeigt ziemlich genau, wo die Gräben in der ÖDP verlaufen. Ich habe schon oft in ÖDP-Gremien davor gewarnt, den Fundamentalismus ebenso wie die Feinmechanik am Grundsatzprogramm zu übertreiben. Solche Aussagen in Richtung Pragmatismus waren aber stets auf Unverständnis gestoßen und wurden negativ quittiert.

    Du wolltest der ÖDP zu zählbarem Erfolg und somit zu politischem Einfluss verhelfen, um das hervorragende Programm irgendwann auch in Gesetzen umsetzen zu dürfen. Genau diesen Schritt wollen aber viele gar nicht gehen, sie haben sogar Angst davor, in die Verantwortung zu treten. Es genügt ihnen, sich als Gutmensch im Licht des hehren Grundsatzprogramms zu sonnen. Und da gab es auch noch den Typ von Pareifreund, der bereits einen Posten verbunden mit wirtschaftlichem Vorteil erreicht hatte und diesen nun gegen alle Gefahren von außen verteidigte. Mit Gefahr meine ich Dich ebenso wie mich und ein paar weitere Weggefährten, die ebenfalls nicht gelitten wurden. Es gab ja schon einige Besispiele, die zeigten, was einem in der ÖDP zustößt, wenn man sich als Vordenker profiliert, oder gar Karriere macht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Du Dir wegen Aktionen anhören musstest, dass der gute konservative Ruf wichtiger sei als der Erfolg.

    Dass dieses Verhalten zu derart unfairen Mitteln wie Mobbing, übler Nachrede und bis hin zum Versuch führen würde, einen Menschen zu zerstören, habe ich nicht geahnt, nicht in der ÖDP. Deshalb fällt auch mir jetzt der Austritt leicht.

    Ich war ebenso wie Du der Meinung, die ÖDP dürfe keine konservative, sondern sie müsse die progressivste Partei in der Landschaft sein. Dieses Ziel haben wir verfolgt – Du ganz besonders. Deine Effektivität, Deine Fähigkeiten und Dein Einsatz waren herausragend. Daneben musste sich manch eine(r) klein und unfähig vorkommen. Das war Dein Fehler, denn der hat Neid und Missgunst erzeugt – bis heute. Ich bleibe dabei, die ÖDP hat ihr größtes politisches Talent, ihren härtesten Arbeiter und ihren kreativsten Kopf verloren. Was jetzt kommt, ist ein tiefer Fall zurück auf den Boden der Erfolglosigkeit. Ich habe deswegen schon vor einem Jahr angekündigt, mich zurückzuziehen. Denn ich habe die Aussichtslosigkeit früh erkannt, diesen Konflikt gegen Ignoranz und Lethargie auszustehen und an einer Weiterentwicklung der ÖDP zu arbeiten. Wir haben viel erreicht, aber wir sind an interner Missgunst gescheitert. Wer erlebt hat, wie sich Menschen auf offener Straße bei Dir für das was Du getan hast bedankt haben, der kann erahnen, dass jetzt ein Politiker abtritt der nicht nur beliebt war, sondern der eine Fangemeinde hatte. Nicht nur bei Wählern, sondern auch bei den Medien. Welcher Politiker kann das von sich behaupten?

    Ich danke Dir für alles was Du geleistet und vorgedacht hast. Und lass‘ Dich von den nachtretenden Kleingeistern nicht aus Deinem Gleichgewicht bringen, das Du gerade erst wieder erlangt hast.

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    Karl Heinz Jobst

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    noch was: merkst Du wie sie schon wieder und immer noch um des Kaisers Bart streiten? Sie haben noch immer nicht kapiert was passiert ist… Dein Austritt ist schon wieder nur eine Episode und es geht weiter wie bisher.

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    Thomas Prudlo

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    Hallo zusammen,

    ich kann diese Verdächtigungen und nicht belegten Diffamierungen nicht mehr hören bitte die Leute, das substantiell zu belegen.
    Ich liste zunächst die Bundesvorsitzenden der letzten 20 jahre auf:
    Bernd Richter
    Hans Mangold
    Uwe Dolata
    Klaus Buchner
    Seatsian Frankenberger
    Gabi schimmer

    Bis auf Sebastian war da keiner dabei, der das Wort Christ in die Politik getragen hat und dies schon gar nicht fundamentalistisch.
    Das Programm hat sich ebenfalls nicht wesentlich verändert, schon gar nicht in den letzten Monaten.
    Und hier in München?
    Da staune ich nur über die Aussagen von ev2709:
    Seit gut zwei Jahren führe ich die Münchner ödp und wir haben hier noch nie eine Veranstaltung dazu gemacht, es steht nichts im Programm, im Wahlkampf war es auch kein Thema und auf keinem der Dutzenden Aktiventreffen oder Vorstandssitzungen war es auf der Tagesordnung.
    Im übrigen haben bei uns sieben Nationalitäten und mind. sechs Homosexuelle (von denen ich es weiß) kandidiert.
    Da verstehe einer die Kommentare.

    Irgendwie würde ich Euch bitten, mit solchen Aussagen vorsichtiger umzugehen.
    Es ist so einfach jemand zu diffamieren.

    Beste Grüße
    Thomas Prudlo

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    Gertrud Martin

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    Lieber Herr Delienski,
    in Ihrer Antwort auf Frau Ev2709 schließen Sie aus meiner Anfrage an die studierte kath. Theologin, wie sie es mit Jesu-Worten halte, auf ein christlich-fundamentalistisches Weltbild meinerseits. Bitte belegen Sie doch diese Unterstellung. Vielleicht kann ich dann endlich herausfinden, wo in der ödp-Denke Werte wie Gradlinigkeit und Überzeugungstreue in Fundamentalismus umschlagen.

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      Manuel Dekielinski

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      Liebe Frau Martin, bitte entschuldigen Sie meinen missverständlichen Kommentar! Ich persönlich halte Ihren Beitrag nicht für fundamentalistisch, aber ‚Ev2709‘ tut dies. Mein Satz hätte lauten müssen: „Wenn Sie schreiben, ‚was aus DER ÖDP (!) geworden ist‘ und sich dabei auf ein IN IHREN AUGEN christlich-fundamentalistisches Weltbild von G. Martin berufen, ist das für mich wenig sinnig.“ So war er auch gemeint. Freundliche Grüße!

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    N. Kolb

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    zum Beitrag von Thomas Prudlo v. 23.2.15
    Reflektiert und respektiert haben Sie Sebastian Frankenbergers Arbeit in der ödp. Das ist schön und ihm gegenüber fair, der so viel geleistet, bewegt, erreicht hat. Nicht groß reflektiert und unsachlich, ja geradezu aggressiv, weil Sebastian Frankenberger persönlich verletzend, finde ich die Äußerung zum Narzissmus. Das ist eindeutig ein Angriff auf seine Persönlichkeit und hat mit Sachlichkeit nichts mehr zu tun. Als einfaches Mitglied der ödp entschuldige ich mich für diese unsachliche Äußerung bei Sebastian Frankenberger. Und ich bitte Sie mit Ihren eigenen Worten aus Ihrem Beitrag vom 27.2.15: keine (und auch keine nicht belegbaren) „Diffamierungen“ gegen Sebastian Frankenberger. Danke.

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    Felix Staratschek

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    Grundgesetz und Frankenberger mal bei Google oder Ecosia eingeben, dann kann man lesen, warum ich Sebastian Frankenberger für sehr problematisch halte.

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    Gerhard

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    Hoffentlich sind diese gegenseitigen Schuldzuweisungen jetzt beendet. Kümmert Euch sachlich um die Zukunft der Partei und nicht um das Vergangene.

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      Sportreporter

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      Jawoll !! Erst das Land (oder die Menschen), dann die Partei, dann die Person !!
      Erwin Teufel

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    Sportreporter

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    Freund, Feind, Todfeind, Parteigegner, Parteifreund !!!

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